Verkehrs- und Freiflächentemperierung – eisfrei ohne Streusalz

Verkehrs- und Freiflächen, die ganzjährig sicher begehbar oder befahrbar bleiben müssen, stellen Betreiber im Winter vor ein wiederkehrendes Problem: Räum- und Streudienst, Personalkosten und ein bleibendes Unfallrisiko bei Glätte, das im Schadensfall schnell zu Haftungsfragen führt. Eine geothermische Freiflächentemperierung löst dieses Problem an der Quelle, indem sie die Oberfläche aktiv eis- und schneefrei hält – ganz ohne Streusalz und ohne den personellen Aufwand eines klassischen Winterdienstes.

Für Betreiber von sicherheitskritischen Außenflächen ist das nicht nur eine Komfortfrage, sondern häufig Teil der Verkehrssicherungspflicht. Eine funktionierende Freiflächentemperierung reduziert das Haftungsrisiko erheblich, weil die Fläche unabhängig von Personalverfügbarkeit, Wetterprognose oder Reaktionszeit permanent eisfrei gehalten wird.

Funktionsweise

Unter der Belagsschicht verlegte Rohrkollektoren sind an einen Flüssigkeitskreislauf angeschlossen, der von einer Umwälzpumpe betrieben und über Erdwärmesonden beziehungsweise Erdkollektoren gespeist wird. Im Winter wird die im Erdreich gespeicherte Wärme an die Oberfläche transportiert und verhindert dort die Bildung von Eis und Schnee. Im Sommer kehrt sich der Prozess um: Überschüssige Wärme wird der Oberfläche entzogen und ins Erdreich zurückgeführt – das senkt die Temperaturspitzen im Belag, reduziert thermische Spannungsrisse und verlängert dadurch die Lebensdauer der Fläche. Gleichzeitig wird dem Erdreich im Sommer Wärme zugeführt, die im darauffolgenden Winter wieder zur Verfügung steht – ein saisonaler Speichereffekt, der die Effizienz des Systems über mehrere Jahre hinweg stabilisiert.

Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus

Für Betreiber rechnet sich das System nicht nur über eingesparte Winterdienstkosten: Der Verzicht auf Streusalz schützt Bewehrung, Fugen und angrenzendes Grundwasser vor Chloridschäden, während die sommerliche Kühlfunktion den Straßen- oder Belagsaufbau schont und Instandhaltungszyklen verlängert. In eine ganzheitliche Betrachtung gehört daher neben den Investitionskosten auch die Lebenszykluskostenrechnung – ein Aspekt, den wir in der Planungsphase gemeinsam mit Bauherren und Betreibern durchrechnen, inklusive der eingesparten Personal- und Gerätekosten für den klassischen Winterdienst sowie der verlängerten Lebensdauer des Belags.

Einsatzbereiche

Typische Anwendungsfälle sind Zufahrten und Rampen von Kliniken und Pflegeeinrichtungen, auf denen Rettungsfahrzeuge jederzeit ungehindert zufahren müssen, Brückenbauwerke, bei denen Vereisung ein besonderes Unfallrisiko darstellt, sowie Flughafen-Vorfelder und Betriebshöfe, bei denen Betriebsunterbrechungen durch Glätte hohe Folgekosten verursachen würden. Auch publikumsintensive Bereiche wie Fußgängerüberwege, Treppenanlagen oder Zugänge zu öffentlichen Gebäuden profitieren von einer geregelten Freiflächentemperierung, ebenso wie private Zufahrten in topografisch anspruchsvoller Lage, etwa an Hanglagen.

Referenz: Erdwärme im Verwaltungsbau

Beim Verwaltungsgebäude in Waiblingen haben wir Erdkollektoren für die geothermische Energiegewinnung gemeinsam mit der Fernwärme- und Trinkwasserinstallation umgesetzt – in Zusammenarbeit mit REHAU/RAUGEO. Dieses Projekt zeigt exemplarisch, wie sich Erdwärmenutzung in ein Gesamtenergiekonzept einbinden lässt, dessen Prinzip sich unmittelbar auf die Freiflächentemperierung übertragen lässt: Dieselbe Erdwärmequelle, die ein Gebäude beheizt, kann gleichzeitig angrenzende Zufahrten oder Vorplätze eisfrei halten.

Automatische Regelung statt manueller Entscheidung

Der Betrieb der Anlage wird in der Regel über Temperatur- und Feuchtefühler gesteuert, die Glätterisiko erkennen und die Umwälzpumpe automatisch aktivieren – eine manuelle Entscheidung, ob „heute geheizt werden muss“, entfällt damit vollständig. Das reduziert nicht nur den Energieverbrauch auf das tatsächlich notwendige Maß, sondern schließt auch menschliches Fehlverhalten als Ursache für eine vereiste Fläche aus. Für Betreiber mit mehreren Liegenschaften lässt sich die Regelung zudem an eine zentrale Gebäudeleittechnik anbinden, sodass der Betriebszustand aller Flächen von einer Stelle aus überwacht werden kann.

Planung und Umsetzung mit uns

Am Anfang jedes Projekts steht eine Machbarkeitsprüfung: Wir ermitteln gemeinsam mit dem Bauherrn oder Betreiber den tatsächlichen Flächenbedarf, prüfen die geologischen Voraussetzungen für Erdwärmesonden oder -kollektoren und legen die Kollektorverlegung mit dem Tiefbau- und Belagsunternehmen ab. Anschließend erstellen wir die Ausführungsplanung inklusive Verlegeplan, Pumpen- und Reglerauswahl sowie der Schnittstellen zur Gebäudeleittechnik, sofern die Fläche zentral überwacht werden soll. Während der Bauphase begleiten wir die Verlegung der Kollektoren vor dem Einbau der Belagsschicht und übernehmen die Inbetriebnahme inklusive hydraulischem Abgleich.

Sie verantworten eine Liegenschaft mit sicherheitskritischen Außenflächen und möchten Haftungsrisiken sowie Winterdienstkosten dauerhaft reduzieren? Wir beraten Sie zur technischen Machbarkeit, zur passenden Erdwärmequelle und zur Wirtschaftlichkeit einer geothermischen Freiflächentemperierung für Ihr konkretes Projekt – unverbindlich und auf Basis Ihrer tatsächlichen Flächen- und Nutzungssituation.